Antiquity

Altertum

Idaion Andron

Die Höhle Idaion Andron befindet sich auf der Nida-Hochebene an den östlichen Ausläufern des Ida-Massivs, 24 km von dem Dorf Anogeia und 78 km von Rethymno entfernt. Die Höhle ist von großer mythologischer und kultureller Bedeutung, denn hier wurde laut der Sage, Zeus, der größte Gott des Altertums großgezogen. Das Idaion Andron liegt 1.538 m über dem Meer.

Übereinstimmend mit der Sage gab es eine Weissagung, die behauptete, der Sohn des Kronos und der Rhea würde seinem Vater, der zu jener Zeit der mächtigste Gott war, die Macht entreißen. Daraufhin verschluckte Kronos seine Kinder, um seine Macht nicht zu verlieren. Als Zeus in der Höhle Diktaio Andron geboren wurde, wollte ihn seine Mutter retten. Sie wickelte einen Stein in ein Tuch und gab ihn Kronos, der ihn im Glauben, es sei der Säugling, verschluckte.

Im Anschluss daran wurde Zeus von seiner Geburtshöhle Diktaio Andron in das Idaion Andron verlegt. Laut einer Überlieferung Diodoros verlor er bei dem Transport von der einen Höhle zur anderen seinen Nabel in der Nähe des heutigen Flusses Karteros, östlich von Heraklion. Gemäß einer anderen, weniger glaubhaften Auslegung der Sage, wuchs Zeus nicht nur im Idaion Andron auf, sondern wurde auch dort geboren.

Der Eingang der Höhle wurde von einheimischen Kriegern, den Kureten bewacht. Immer wenn Zeus weinte, schlugen sie kräftig auf ihre Schilde, so dass die Schläge das Weinen übertönten und es nicht von Kronos gehört werden konnte, da sonst die Gefahr bestand, dass er von der Kronios-Höhle, in der er wohnte, herkommen würde, um seinen Sohn zu verschlingen. Eine weitere Lesart behauptet, die Rüstungen der Kureten seien bei einem schnellen Tanz, den sie tanzten, so kräftig aneinandergestoßen, dass Zeus‘ Weinen nicht zu hören war. Man sagt, dieser Tanz ähnle dem heutigen Pentozali.

Ernährt wurde Zeus von der Nymphe Melissa und der mythischen Ziege Amalthea, deren Horn verschiedene Nahrungsmittel produzierte. Als Zeus heranwuchs, übernahm er die Macht von Kronos und erfüllte die Prophezeiung. Die Tatsache, dass Zeus in Kreta aufwuchs, wird dadurch belegt, dass einer seiner Beinamen „Kretagenis Dias“ war.

Während der Vorpalastzeit wurde dort ein junger minoischer Gott verehrt, der das Wachstum personifizierte und wie die Jahreszeiten starb und wiedergeboren wurde. Gegen Ende der minoischen Epoche wurde der minoische Gott von Zeus abgelöst, der laut der Sage jedes Jahr neu geboren wurde. Wie Theophrastos berichtet, hängten die Pilger am Höhleneingang an den Zweigen einer Silberpappel Opfergaben auf. König Minos persönlich kam alle neun Jahre zum Idaion Andron, um Zeus anzubeten und sich neue Weisungen von ihm zu holen.

Noch heute steht 70 Meter vom Höhleneingang entfernt der große gemeißelte rechteckige Altar, auf dem im Altertum die Zeremonien stattfanden.

Wenn Sie zu den Bewunderern der Antike und ihrer Kultur zählen, ist das Idaion Andron genau der richtige Platz für ihre Traumhochzeit.