Altgriechische Hochzeit

Altgriechische Hochzeit

Die kretischen Hochzeiten sind vielleicht die ältesten im griechischen Raum, denn die minoische Zeit auf Kreta gilt als die älteste Zivilisation Griechenlands.

In der Antike wurde die Hochzeitszeremonie auf drei Tage verteilt und setzte sich zusammen aus:

  1. Der Vorfeier,
  2. der eigentlichen Hochzeit,
  3. der Nachfeier
    1. Die Vorfeier

      Die Vorbereitungen, das Kneten der Hochzeitsbrote (heutzutage Kringel) fand schon damals statt mit Ritualen und Opfern. Die Braut, die ihr Leben als Jungfrau hinter sich ließ, weihte ihre persönliche Habe der Göttin Artemis.

      Am gleichen Tag fand im jeweiligen Elternhaus das Bad des Brautpaars statt. Am Vortag der eigentlichen Hochzeitszeremonie wurde von jeder Familie ein Festessen veranstaltet (Eilapini). Es handelte sich um das offizielle Hochzeitsessen, das auch heutzutage den Gästen von den Eltern serviert wird.

      Die eigentliche Hochzeit

      Die Elternhäuser des Brautpaars wurden schon früh am Morgen mit Blumen, Oliven-, Lorbeer- und Myrthenkränzen geschmückt.

      Am Tag der Hochzeitszeremonie wurden, nach den Vorbereitungen und dem Ankleiden von Braut und Bräutigam, den Schutzgöttern von früh an Opfergaben gereicht sowie die vom Gesetz vorgesehenen Opfer an die Götter der Ehe. Im Verlauf der Opferhandlungen und den damit verbundenen guten Wünschen wurde im geschmückten Haus des Brautvaters ein Essen aufgetragen, begleitet von Hochzeitshymnen, Tanz und Gesang.

      Die Braut, deren Haar mit Kränzen geschmückt und von einem Schleier bedeckt war, begab sich gegen Abend mit einer Prozession zum Haus des Bräutigams. Man trug angezündete Kerzen und sang Hochzeitlieder und die Hymenaios-Hymne.

      Der Empfang der Braut und die Einführung in ihr neues Haus wurden von den Eltern des Bräutigams vollzogen. Dabei wurden Gaben gereicht, die sogenannten „Katachysmata“, unter anderem Blumen, Wasser, Reis, Feigen, Nüsse und Honig. Danach wurde die Braut ins Brautgemach (Pastada) geführt, wo sie ihren Schleier ablegte.

      Nachfeier

      Am Morgen (des zweiten Hochzeittages) nach der ersten Hochzeitsnacht, die auch die mystische Nacht genannt wurde, sangen Mädchen und Jünglinge „anregende“ Lieder für die Neuvermählten. Die offizielle Hochzeitszeremonie zog den Austausch von Geschenken, Tanz und ein Gelage nach sich. Wenn die Hochzeitsfeier nach drei Tagen endete (was normal war), brachte der Bräutigam, der das Gelage ausrichtete, den Schutzgöttern die herkömmlichen Gaben und Opfer dar, woran sich auch die Braut als neues Familienmitglied beteiligte. In vielen Fällen jedoch endete die Feier erst am achten Tag (wie Aristoteles berichtet), dann wurde dieses Ritual am 8. Tag durchgeführt. Im Anschluss daran begab sich das Brautpaar zum Haus der Brauteltern.

      Am dritten Tag fand die Enthüllung statt, bei der sich die nun verheiratete Braut den Freunden, Verwandten und Gästen ohne Schleier zeigte.

      Die Freunde der antiken Kultur werden eine authentische altgriechische Hochzeit erleben. Zu der Zeremonie gehören Priesterinnen mit echten Gewändern, Musiker, die Wahl eines energetischen Ortes, Fackelträger (Begleiter der Braut) und natürlich ein altgriechisches Essen.